10 einfache Designs & Techniken
Kreativität ist wie ein Muskel. Sie möchte trainiert werden. Diese einfachen Ideen zum Bemalen von Keramik sind perfekt für Anfänger:innen, die Keramik bemalen möchten, ohne sich überfordert zu fühlen. Einfach bedeutet nämlich nicht langweilig. Gerade beim Glasieren gilt oft: Weniger ist mehr. Klare Formen, reduzierte Farben und selbstbewusste Pinselstriche führen oft zu den schönsten Ergebnissen.
Unten findest du anfängerfreundliche Techniken, beginnend mit den einfachsten Varianten und langsam steigend im Schwierigkeitsgrad. Alle Designs kannst du in einem Keramik-Malkurs ausprobieren oder zuhause mit einfachen Werkzeugen umsetzen.
1. Spritzertechnik
Erforderliches Können: Keines, bzw. Schwierigkeitsgrad: Sehr einfach
Materialien und Werkzeuge: Zahnbürste und verschiedene Pinsel
Die Spritzertechnik ist eine der spielerischsten und verzeihendsten Techniken beim Keramik bemalen für Anfänger:innen. Sie bringt Bewegung und Persönlichkeit auf jedes Stück.
Die klassische Methode besteht darin, einen Pinsel in Glasur zu tauchen und diese auf das Keramikobjekt zu schnipsen. Das kann allerdings schnell unordentlich werden und ist oft schwer zu kontrollieren. Mit einer Zahnbürste hast du deutlich mehr Präzision.
So geht’s:
- Zahnbürste in die Glasur tauchen
- Nah an dein Keramikstück halten
- Mit dem Daumen sanft über die Borsten streichen, damit sich die Glasur löst
Die kurzen, festen Borsten erzeugen feine, gleichmäßige Spritzer auf der Oberfläche. Für einen etwas kräftigeren Effekt kannst du auch trockene Borstenpinsel mit festen Borsten verwenden.
Anfänger-Tipp:
Es ist verlockend, jeden Spritzer kontrollieren oder größere Tropfen ausbessern zu wollen. Widerstehe diesem Impuls. Genau diese kleinen Unregelmäßigkeiten machen das Design lebendig und zufällig.
2. Abstrakte Pinselstriche
Schwierigkeitsgrad: Sehr einfach
Materialien und Werkzeuge: Verschiedene Pinsel
Abstrakte Pinselstriche sind ideal für alle, die sich beim Zeichnen oder bei präzisen Linien unsicher fühlen. Bei dieser Technik geht es um Bewegung, Druck und Textur, nicht um Perfektion.
Trockene Pinsel erzeugen sichtbare Borstenspuren und eine strukturierte Oberfläche. Nasse Pinsel sorgen für weichere, fliessende Striche. Auch die Menge an Glasur auf dem Pinsel und der ausgeübte Druck verändern das Ergebnis deutlich.
Wichtige Tipps für Anfänger:innen:
- Wähle zwei oder drei unterschiedliche Pinsel. Jeder hinterlässt eine eigene Spur
- Teste deine Pinselstriche zuerst auf Papier, bevor du dein Keramikstück bemalst
- Sobald die Glasur die Keramik berührt, gibt es keinen Zurück-Button
3. Streifen
Schwierigkeitsgrad: Sehr einfach bis komplex
Materialien und Werkzeuge: Klebeband, Lineal, Glasurstift (alles optional)
Streifen sind zeitlos und gehören zu den beliebtesten einfachen Techniken beim Keramik bemalen. Je nachdem, wie du sie aufträgst, wirken sie klar und modern oder verspielt und handgemacht.
Für saubere, gleichmässige Streifen ist Klebeband dein bester Helfer. Markiere deine Linien leicht mit Lineal und Bleistift, klebe dann das Band entlang der Markierungen auf und male anschliessend die freien Flächen aus.
Wenn du eine organische Formensprache bevorzugst, kannst du auf das Klebeband verzichten und deine Linien frei Hand mit einem Bleistift oder Glasurstift zeichnen. Leicht ungleichmässige Streifen verleihen besonders Tassen und Bechern Charme und Persönlichkeit.
Good to know: Graphite pencil lines burn out completely in the oven and can therefore be used as guidelines without hesitation.
4. Klebeband-Methode
Schwierigkeitsgrad: Einfach
Materialien und Werkzeuge: Klebeband, Lineal, Glasurstift (alles optional)
Die Klebeband-Methode ist ein bisschen wie Ausmalen in einem Malbuch. Zuerst definierst du deine Formen, danach füllst du sie mit Glasur aus. Mit Klebeband kannst du einfache geometrische Muster, kräftige Farbflächen oder mit schmalem, flexiblem Tape sogar organische Linien gestalten.
Hilfreiche Tipps:
- Lass immer ein kleines Stück Klebeband als „Lasche“ stehen, damit du es später leichter abziehen kannst
- Lass die Glasur vollständig trocknen, bevor du das Klebeband entfernst. Wenn manche Stellen noch nass sind und andere bereits trocken, können trockene Glasurstücke abplatzen und in feuchte Bereiche fallen. Das stört deine sauberen Linien
- Ziehe das Klebeband am besten über einem Mülleimer ab, damit trockene Partikel direkt aufgefangen werden
Hilfreiche Tipps:

- Lass immer ein kleines Stück Klebeband als „Lasche“ stehen, damit du es später leichter abziehen kannst
- Lass die Glasur vollständig trocknen, bevor du das Klebeband entfernst. Wenn manche Stellen noch nass sind und andere bereits trocken, können trockene Glasurstücke abplatzen und in feuchte Bereiche fallen. Das stört deine sauberen Linien
- Ziehe das Klebeband am besten über einem Mülleimer ab, damit trockene Partikel direkt aufgefangen werden
5. Monochromer Farbverlauf
Schwierigkeitsgrad: Einfach
Glasuren sehen zwar aus wie Farbe, funktionieren aber etwas anders als „normale“ Farben. Wenn du zum Beispiel mit Acrylfarbe arbeitest und den Farbton heller oder transparenter machen möchtest, verdünnst du sie mit Wasser. Bei Glasuren musst du das nicht tun. Stattdessen arbeitest du mit unterschiedlich vielen Schichten, da es mehrere Aufträge braucht, bis eine Glasur deckend wird. Genau diesen Effekt nutzen wir für einen monochromen Farbverlauf.
So geht’s:
- Wähle eine Farbe deiner Wahl. Am besten eignet sich ein mittlerer oder dunkler Ton
- Bemale das gesamte Stück mit einer Schicht Farbe und lasse es trocknen
- Bemale anschließend die unteren zwei Drittel erneut mit derselben Farbe, der obere Bereich bleibt frei. Trocknen lassen
- Zum Schluss bemalst du nur noch das untere Drittel ein weiteres Mal
Fertig ist dein sanfter Farbverlauf.
6. Schwammtechnik
Schwierigkeitsgrad: Einfach
Materialien und Werkzeuge: Schwamm, optional Klebeband, Lineal, Glasurstift
Die Schwammtechnik ist eine einfache Möglichkeit, deinem Keramikstück Farbe und Struktur zu verleihen.
Trage die Glasur mit einem Schwamm auf. Unterschiedliche Schwämme erzeugen unterschiedliche Texturen. Achte darauf, dass der Schwamm keine scharfen, eckigen Kanten hat, da diese beim Auftupfen unnatürlich wirken können.
Wir reissen gerne kleine Stücke aus unseren Schwämmen heraus, um eine lebendigere, organischere Oberfläche zu erzeugen. Außerdem runden wir die Kanten etwas ab, damit keine harten, unnatürlichen Glasurlinien oder Abdrücke entstehen.
7. Große organische Muster

Schwierigkeitsgrad: Einfach bis mittel
Einer der häufigsten Anfängerfehler beim Keramik bemalen ist, zu viel auf einmal zu wollen. Schöne Designs müssen nicht detailliert oder aufwendig sein, um bewusst und hochwertig zu wirken.
Deshalb empfehlen wir Anfänger:innen große, einfache organische Muster. Größere Formen sind leichter zu kontrollieren, einfacher zu wiederholen und verzeihen kleine Unregelmäßigkeiten im Pinselstrich. Denk zum Beispiel an große Punkte, Ovale, weiche vertikale oder horizontale Formen und andere organische Shapes.
So gehst du vor:
- Wähle eine einfache Form und wiederhole sie rund um dein Objekt
- Lass etwas Abstand zwischen den Formen für ein ruhiges, ausgewogenes Gesamtbild
- Strebe keine perfekte Wiederholung an. Kleine Variationen verleihen deinem Stück Charakter
8. Zarte Muster
Schwierigkeitsgrad: Einfach bis mittel
Wenn du deinem Keramikstück eine verspielte und persönliche Note verleihen möchtest, sind zarte, sich wiederholende Muster eine wunderbare Wahl. Kleine Herzen, Smileys oder einfache Blumen funktionieren besonders gut.
Wenn dir ein heller, cremiger Hintergrund gefällt, kannst du die Oberfläche auch unbemalt lassen und dich nur auf das Motiv konzentrieren. So wirkt das Stück frisch, leicht und minimalistisch.
Wichtig zu beachten:
Jedes kleine Motiv benötigt etwa drei Glasurschichten, damit es nach dem Brennen gut sichtbar ist. Je nach Größe deines Objekts solltest du dein Design entsprechend anpassen, damit es umsetzbar bleibt, besonders wenn du in einem Workshop arbeitest und zeitlich begrenzt bist. So behältst du außerdem leichter den Überblick darüber, welche Bereiche du bereits bemalt hast und wie viele Schichten du aufgetragen wurden.
9. Schriftzüge
Schwierigkeitsgrad: Einfach bis mittel
Wörter oder kurze Sprüche sind eine schöne Möglichkeit, deinem Keramikstück Persönlichkeit zu verleihen. Einfache Aussagen, Namen oder verspielte Begriffe funktionieren besonders gut auf Tassen und Tellern.
Du kannst deinen Text zunächst leicht mit Bleistift vorskizzieren, um Abstand und Platzierung zu planen. Die Bleistiftlinien verschwinden beim Brennen vollständig, sodass du dir keine Sorgen um sichtbare Hilfslinien machen musst.
Eine besonders schöne Idee ist es, einen Spruch auf dem inneren Tassenboden zu platzieren. Er wird erst sichtbar, wenn jemand seinen Kaffee oder Tee ausgetrunken hat, eine kleine süße Überraschung.
Viele wählen Schwarz für Schriftzüge, da es klar und gut lesbar ist. Grundsätzlich funktioniert jedoch jede Farbe, solange die Linien nicht zu dünn sind.
10. Einfache Linien-Designs
Schwierigkeitsgrad: Einfach bis anspruchsvoll, offen gestaltbar
Einfache Linien sind perfekt für Anfänger:innen, die einen klaren, grafischen Look mögen. Denk an minimalistische Formen, Gesichter oder abstrakte Linien, die sich sanft um dein Objekt legen.
Linien fühlen sich manchmal etwas offener an, sind aber eine wunderbare Möglichkeit, deiner Intuition zu vertrauen. Selbst schlichte Linien können ausdrucksstarke und charmante Ergebnisse schaffen. Viele Anfänger:innen sind überrascht, wie gut sie am Ende wirken.
Schwarz ist eine beliebte Wahl für Linienarbeiten, aber grundsätzlich funktioniert jede Farbe.
Wir wissen, wir haben zehn gesagt. Aber wir konnten nicht widerstehen. Es gibt einfach zu viele tolle und einfache Techniken zur Keramik bemalen, um hier aufzuhören. Deshalb kommt hier noch ein kleines Bonus-Design Nummer elf.
Jetzt bist du dran. Komm in eines unserer Pottery & Paint Workshops und probiere ein oder zwei dieser Techniken selbst aus.
Bonus 11. Farbverblendung
Schwierigkeitsgrad: Einfach bis mittel
Die Farbverlauf- bzw. Verblendungstechnik ist eine tolle Möglichkeit, Tiefe in dein Design zu bringen und es trotzdem schlicht zu halten. Wähle zu Beginn zwei bis drei Farben. Wenn du experimentierfreudig bist, kannst du auch mehr verwenden, aber oft wirkt ein reduziertes Farbschema ruhiger und klarer.
Trage die Farben nebeneinander auf und lasse sie sich leicht überlappen. Im Überlappungsbereich solltest du etwas weniger Glasur verwenden, damit die Farben weich ineinander übergehen und nicht zu einer geschlossenen, deckenden Fläche verschmelzen.
Bevor du die Farben übereinander aufträgst, kannst du zusätzlich mit Klebeband arbeiten, um ein weiteres Gestaltungselement einzubauen, wie zum Beispiel bei einem Kerzenhalter mit klar abgegrenzten Farbflächen.



