Ein Tierreich bei db pottery

Collage mit zehn Tierskulpturen aus dem db Keramik-Wettbewerb: blauer Buckelwal, weisser Kugelfisch, Octopus mit gepunkteten Tentakeln, grüner Frosch auf Seerosenblatt, grauer Hai, Wildschwein-Schale, Schafskopf, sitzender Eisbär, rosa Schwein-Dose und eine grüne Monsterfigur mit Fischkopf.

Ein Tierreich bei db pottery

Im Tierreich ist Wettbewerb allgegenwärtig. „Survival of the fittest” ist nicht ohne Grund ein Klassiker — Vögel singen sich gegenseitig aus, Hirsche verhaken ihre Geweihe, Pfauen fächern und schütteln ihre prachtvollen Schwänze zur Schau. Wir dachten, es sei an der Zeit, dass das Töpferstudio mitmacht.

Also haben wir einen kleinen, freundschaftlichen Wettbewerb für unsere Mitglieder ins Leben gerufen. Weniger ums Gewinnen — mehr darum, gemeinsam etwas zu schaffen. Eine Gelegenheit, aus dem üblichen Ton-Rhythmus auszubrechen und etwas Neues auszuprobieren.

Das Thema: Tiere. Mehr nicht. Keine Vorgaben zu Grösse, Technik oder Interpretation. Schaffe etwas Wörtliches, Abstraktes, anatomisch Fragwürdiges oder irgendwo zwischen Fuchs und Meerjungfrau (Ja, wirklich. Schau dir einfach das Foto unten an.). Einfach machen.

Liegende Tonskulptur einer Meerjungfrau mit Fuchskopf, aus weissem ungebranntem Ton. Grosse spitze Ohren, weiblicher Oberkörper und ein langer Fischschwanz mit detailliert modellierten Schuppen.

Ein Fitnessstudio, aber für Ton

Kurze Randbemerkung, falls du noch nie bei uns vorbeigeschaut hast. Das db pottery Studio in Zürich hat einen Mitgliederbereich, der ein bisschen wie ein Fitnessstudio funktioniert. Mitglieder kommen und gehen, wann sie möchten, bauen an den grossen Tischen mit den Händen auf, drehen an der Scheibe, tauchen in den Schlickerguss ein und machen es sich in der Glasurecke gemütlich. Es ist ihr Raum, um zu entdecken, die Grenzen des Tons auszuloten, und etwas nur für sich selbst zu schaffen.

Das meiste, was im Studio entsteht, würden wir als Gebrauchskeramik bezeichnen. Tassen, aus denen man wirklich gerne trinkt. Vasen, die auf ein Regal passen. Müslischalen für den Alltag.

Genau deshalb war es so schön, diesen kleinen Wettbewerb mitzuerleben.

Weg von der Töpferscheibe rein ins Wilde​

Nahaufnahme des Kopfes eines blau-weissen Keramik-Buckelwals, mit Auge und Maul im Detail.In den letzten Wochen hat sich das Studio still und leise mit Kreaturen gefüllt. Frösche, Füchse, Fische, Dinge, die sich keiner einfachen Kategorie zuordnen lassen.

So viele Mitglieder haben für eine Weile ihre übliche Routine unterbrochen. Wer sonst Tassen dreht, griff zum Modellierwerkzeug. Wer Teller macht, begann mit komplexen Details. Menschen, die noch nie eine Skulptur geschaffen hatten, hatten plötzlich einen realistischen Schafskopf auf ihrem Regal trocknen. Die Veränderung war erfrischend. Man sieht zu, wie ein Maker aufhört, der Scheibe zu vertrauen, und stattdessen den eigenen Händen vertraut. Und man sieht, wie Menschen eine neue Seite an der Keramik entdecken — und eine neue Wertschätzung dafür. Aus der Komfortzone zu treten ist nicht leicht, und so gerne wir sagen würden, dass das alles ganz spontan passiert ist — wir haben ein bisschen nachgeholfen.In den letzten Wochen hat sich das Studio still und leise mit Kreaturen gefüllt. Frösche, Füchse, Fische, Dinge, die sich keiner einfachen Kategorie zuordnen lassen.

So viele Mitglieder haben für eine Weile ihre übliche Routine unterbrochen. Wer sonst Tassen dreht, griff zum Modellierwerkzeug. Wer Teller macht, begann mit komplexen Details. Menschen, die noch nie eine Skulptur geschaffen hatten, hatten plötzlich einen realistischen Schafskopf auf ihrem Regal trocknen. 

Die Veränderung war erfrischend. Man sieht zu, wie ein Maker* aufhört, der Scheibe zu vertrauen, und stattdessen den eigenen Händen vertraut. Und man sieht, wie Menschen eine neue Seite an der Keramik entdecken — und eine neue Wertschätzung dafür. Aus der Komfortzone zu treten ist nicht leicht, und so gerne wir sagen würden, dass das alles ganz spontan passiert ist — wir haben ein bisschen nachgeholfen.

Geldpreis und vertraute Augen

Gastmentoren Laurin Schaub und Stuart Carey bewerten die Tierwettbewerb-Einreichungen bei db pottery.Wir wollten den „Wettbewerbs”-Aspekt nicht zu sehr betonen, aber ein kleiner Geldpreis wirkt Wunder für die Motivation. Die Preise…

  1. Platz: 400 CHF
  2. Platz: 200 CHF
  3. Platz: 100 CHF

Die Objekte wurden ohne Namen abgegeben, damit nichts aufgrund von Ruf oder Lieblings-Schüler-Sympathien beurteilt werden konnte. Die Tonfiguren mussten für sich selbst sprechen.

Als Jury haben wir zwei Personen ins Studio eingeladen, deren Arbeit wir lieben und auf deren Blick wir vertrauen: Laurin Schaub und Stuart Carey, beide Gastmentoren des Studios. Sie kamen Anfang des Monats vorbei, haben die Arbeiten begutachtet, sich ausgetauscht und ihre Auswahl getroffen.

Bewertet wurde am 8. Mai. Die Gewinner werden Ende des Monats bekannt gegeben. Bis dahin bleiben die Namen versiegelt — und ja, sogar wir halten dicht.

Komm und schau

In der Zwischenzeit ist die ganze Herde im Studio ausgestellt. Beide Schaufenster an der Schiffbaustrasse 9a sind voller Tonfiguren — verspielt, seltsam und charmant. Es ist mit Abstand eine unserer liebsten Schaufenster-Installationen bisher.

Die meisten Stücke sind auch käuflich. Wenn dir etwas ins Auge fällt, frag drinnen nach. Die Maker* (für uns anonym bis zum Tag der Enthüllung) haben ihre Preise selbst festgelegt, und der Verkauf unterstützt sie direkt.

Also: Komm vorbei und nimm dir Zeit. Oder noch besser: Bring jemanden mit zur offiziellen Ausstellung.

TIERWETTBEWERB-AUSSTELLUNG
📅 Donnerstag, 28.05.26
📍 db pottery — Schiffbaustrasse 9a, 8005 Zürich
⏰ 18:30–20:30

Wir hoffen, dich im Studio zu sehen 💛

Blog Author
Sam
Atelierleiterin und Töpferlehrerin

Trending Posts

Am Ton bleiben – Newsletter abonnieren!
Nach oben scrollen